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Chronik Museum

Im historischen Ambiente im Herzen der Stadt Müllrose befindet sich unweit von Markt und barocker Pfarrkirche das Heimatmuseum. Eingebettet in ein Ensemble aus kulturhistorischen Gebäuden und Plätzen ist es kultureller Mittelpunkt und reflektiert die Geschichte und Kultur der Stadt und seiner näheren Umgebung.

Schaut man zurück auf die Entwicklung des Heimatmuseums, kann man auf eine langjährige, kontinuierliche und traditionsreiche Museumsarbeit zurückblicken. Langjährig in Anbetracht seines Gründungsdatums, kontinuierlich hinsichtlich der beständigen Arbeit durch eine Vielzahl an Museumsleitern bzw. -mitarbeitern und traditionsreich bezüglich seiner kulturellen Angebote.
 
Geschichte sehen – hören – erleben, das kann man in Müllrose bereits seit dem 3. Dezember 1933, dem Gründungsdatum des Heimatmuseums. An diesem 1. Advent eröffnete der Rektor der Müllroser Stadtschule, Hermann Trebbin (1881 – 1954; Rektor  von 1910 bis 1930), eine ständige Ausstellung heimatkundlicher Funde und Quellen in einem eigenen Raum im Rathaus.
Begonnen hatte Trebbin mit seiner Sammeltätigkeit bereits 1914 auf Anregung des damaligen Leiters des Lebuser Kreismuseums in Müncheberg, Georg Mirow (1880 – 1954). Als Lehrer mit Leib und Seele sowie als Anhänger und Mitstreiter der Reformpädagogik setzte er sich zum Ziel, Heimatgeschichte lebendig zu vermitteln. Ihm gelang es, die Schüler für den Geschichtsunterricht zu begeistern. Aus Interesse am behandelten Stoff brachten sie frühgeschichtliche Belege und schriftliche Quellen für den Unterricht mit, wodurch nach und nach eine Sammlung für Heimatkunde entstand. Aber auch die Müllroser Bürger vermehrten den Bestand kontinuierlich durch zahlreiche Schenkungen, Leihgaben oder Geldspenden.
Da die Räume des Rathauses nicht ständig als Museum zur Verfügung standen, mussten Teile der wachsenden Sammlung im damaligen Jugendheim, später Berufsschule, heute Hortgebäude der Stadt Müllrose und auf dem Dachboden des Rathauses untergebracht werden.

Während des Zweiten Weltkrieges erfuhr die Sammlung große Verluste. Die geborgenen Reste bildeten den Grundstock für das heutige Heimatmuseum.
Anfang der 1950er Jahre stellte Hermann Trebbin gemeinsam mit dem Bauunternehmer Rosenow und dem Bürgermeister Krieger den Plan auf, den Boden des Rathauses zu einem Museum auszubauen. Die Verwirklichung des Projektes erlebte Trebbin jedoch nicht mehr; er verstarb am 22. Juni 1954. Der Ausbau des Bodens dauerte bis zum Sommer 1955.

Am 23. Oktober 1955 konnte das Heimatmuseum im Rathaus feierlich eröffnet werden. An dieses Ereignis erinnert eine zu diesem Anlass geprägte Medaille. Die Leitung des Museums übernahm der ehem. Lehrer Wilhelm Brennert. Er unterteilte das Museum in die Abteilungen „Ur- und Frühgeschichte“, „Die Geschichte der Stadt Müllrose vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ und „Die Geschichte der Arbeiterbewegung und der sozialistischen Gegenwart“. Die Ausstellungsfläche betrug 128 m². Bemüht, den Sammlungsbestand weiter zu vermehren, gab das Rathaus für die neuen Exponate jedoch zu wenig Platz her; sie mussten außerhalb des Museums gelagert werden. Am 25. November 1963 verstarb Wilhelm Brennert.

Sein Nachfolger wurde bereits ab Juni 1963 der Rentner und ehem. Berufsschullehrer Gustav-Adolf Borngräber (Jahrgang 1897). Die volle Planstelle des Museumsleiters wurde ab dem 1. Januar 1966 in eine Halbtagsstelle umgewandelt, was für die zu absolvierende Museumsarbeit einen erheblichen Rückschritt bedeutete. In einem Bericht wies Borngräber auf die zu geringen Räumlichkeiten für den vorhandenen Sammlungsbestand (ca. 4500 Exponate), auf die nötige Umgestaltung der Ausstellung nach modernen Gesichtpunkten und auf die fehlenden Finanzen hin. Ein weiteres Mal 1976: auf das Zurückbleiben der zeitgemäßen Entwicklung des Museums, begründet durch die wenige Zeit, die dem Museumsleiter zur Verfügung stünde und das Fehlen einer ausgebildeten musealen Fachkraft. Trotz des großen Engagements waren Gustav-Adolf Borngräber aufgrund seines Alters Grenzen gesetzt. Er beendete seine Tätigkeit im Heimatmuseum im Jahr 1980.

Auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger beschäftigte man sich nun auch mit dem Gedanken an eine neue Wirkungsstätte für das Heimatmuseum. Der Rat der Stadt Müllrose beschloss im selben Jahr den Ausbau einiger ehemaliger Klassenräume der alten Stadtschule. Als neuer Museumsleiter wurde im September 1980 der Museologe Andreas Teltow eingestellt, unter dessen Regie im Frühjahr 1982 der Umzug begann. Am 17. Mai 1983 wurde das Heimatmuseum in seinem neuen Domizil in der Schulstraße (heute Kietz) unter Anwesenheit vieler Gäste feierlich wiedereröffnet. Die Ausstellungsfläche hatte sich um ein Drittel auf ca. 170 m² vergrößert und beinhaltete nun die Schwerpunkte „Ur- und Frühgeschichte in unserer Region“, „Stadtgründung, Wirtschaftsstruktur der ‚Ackerbürgerstadt’ bis ins 18. Jahrhundert“, „Die Darstellung der Entwicklung der Arbeiterklasse“ und „Die Geschichte der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert bis 1945“. Begleitend zur neuen Dauerausstellung erhielten die Besucher einen Katalog als Handreichung. Bis zum Sommer 1984 wurde das Dachgeschoss des Hauses weiter ausgebaut, wodurch Arbeits- und Magazinräume sowie ein Raum für Sonderausstellungen geschaffen werden konnten. Nach verschiedenen Projekten im Rahmen der Vorbereitungen der 725-Jahrfeier der Stadt Müllrose 1985 beendete Andreas Teltow seine Arbeit in Müllrose im September desselben Jahres.

Am 1. Januar 1986 übernahm der Diplomlehrer Sieghard Lang die Leitung des Museums. Gleichzeitig wurde eine Museumsassistentin eingestellt. Zwei Jahre später folgten eine weitere Personalkraft für den Bereich Magazin/ Besucherbetreuung und eine stundenweise Kraft für die Aufarbeitung des Archivs.
Bis 1989 wurde der Ausbau des Heimatmuseums fortgesetzt. Nach vollständigem Bezug aller im Gebäude befindlichen Räume des Museums war nun die Grundlage für eine museumsspezifische Arbeit gegeben. Bemerkbar machte sich dies in einer regen Ausstellungstätigkeit von 1986 bis 1990, bei der die jährliche Besucherzahl zwischen 3500 und 3800 lag. Die Forschungsarbeit konnte vorangetrieben werden: Auswertung des Nachlasses von Hermann Trebbin, Abschluss der Forschungsarbeit zur Geschichte Dubrows.
Von November 1989 bis 30. April 1990 war das Heimatmuseum wegen einer größeren Renovierung geschlossen. Im Ergebnis standen für die Dauerausstellung 180 m² und für Sonderausstellungen 50 m² Fläche zur Verfügung.

Ab 1993 begann der Umbau des gesamten Gebäudes der alten Stadtschule zum „Haus des Gastes“, welches am 31. August 1997 unter Anwesenheit des damaligen Bildungs- und Kulturministers des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, als Pilotprojekt in Brandenburg feierlich eröffnet werden konnte. Insgesamt vier Einrichtungen fanden ihr Domizil im „Haus des Gastes“: das Heimatmuseum, die Schlaubetal-Information, die Stadtbibliothek und der 1990 gegründete Fremdenverkehrsverein Schlaubetal und Umgebung e. V. Das Interesse der Bürger für die neue Kultureinrichtung war groß, was die Besucherzahl Ende 1997 mit 8806 Gästen belegt. Im Vergleich zu den Jahren 1993 (3099), 1994 (3807), 1995 (5235), 1996 (3325). Trotz guter Museumsarbeit verließ Sieghard Lang zum 31. März 1998 das Haus.

Seine Nachfolge trat im Frühjahr desselben Jahres der Kulturwissenschaftler Hubert Hiersche an, die jedoch nur bis zum 30. September 1998 währte.

Im selben Jahr trug man sich mit dem Gedanken, einen Museumsbeirat zu gründen, welches am 5. September 1998 in die Tat umgesetzt wurde. Aufgabe des Museumsbeirates ist ein beratendes Gremium zu sein, welches das Museum bei der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit unterstützt. Als Vorsitzender des Beirates wurde der Müllroser Historiker Klaus Wolfert gewählt. Seither dienen zahlreiche Zusammenkünfte und weiterbildende Exkursionen in andere museale Einrichtungen der Region und des Landes Brandenburg der Verbesserung und Optimierung der Museumsarbeit.

Zwei Jahre lang hatte das Heimatmuseum im Haus des Gastes keine museale Fachkraft und musste von den Mitarbeitern des Hauses unter der Gesamtleitung von Jutta Böing mit verwaltet werden. Unterstützung erfuhren die Mitarbeiter dabei von den Mitgliedern des Museumsbeirates.

Am 16. Oktober 2000 nahm der Historiker M.A. Dirk-Marko Hampel die Arbeit als Museumsmitarbeiter im Haus des Gastes auf. Viele Sonderausstellungen und Vorträge wurden während seiner Tätigkeit im Heimatmuseum durchgeführt. Besondere Erwähnung findet die Sonderausstellung „Fremde - Heimat - Müllrose“, die sich die Situation von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg in Müllrose und Umgebung 1945-1950 zum Inhalt nahm. Diese, im Rahmen der Kampagne „Kulturland Brandenburg 2003 – Europa“, durchgeführte Ausstellung zog durch Berichte in Rundfunk, Fernsehen und Presse bundesweit Besucher nach Müllrose. Eine weitere Anerkennung verdient Herr Hampel für die Neuauflage des von Hermann Trebbin 1934 veröffentlichten Werkes „Müllrose – Aus den Schicksalen und Kämpfen einer märkischen Landstadt“. Herr Hampel beendete seine Anstellung im Heimatmuseum im Haus des Gastes am 15. September 2003.

Seine Nachfolge trat am 19. April 2004 die Diplom-Museologin (FH) Romy Werner an. Sie setzte und setzt sich als Ziel, den gesamten Sammlungsbestand neu zu ordnen und dokumentarisch aufzuarbeiten. Über Jahrzehnte hinweg hatte sich der Umfang der heimatkundlichen Sammlung fast verdoppelt. Eine fehlende Magazinausstattung erschwerte eine übersichtliche Lagerung des Museumsbestandes und damit ein barrierefreies Auffinden der Objekte. Zur Erleichterung zukünftiger Recherchearbeiten im Sammlungsbereich soll der gesamte Bestand in eine moderne Museumssoftware übertragen werden. Die Vorraussetzung für eine tiefgründige Erforschung des Museumsgutes wäre damit gegeben.
Aber auch die Erweiterung der Magazin- und Lagerflächen einschließlich klimatischer Bedingungen sind aus konservatorischer Sicht erforderlich. Ein weiteres Ziel, um den musealen Bestand langfristig zu erhalten.
Nicht zuletzt soll den Besuchern des Museums ein vielseitiges kulturelles Angebot an Ausstellungen, Vorträgen und Veranstaltungen geboten werden, getreu dem Motto „Geschichte sehen – hören – erleben“.

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